Donnerstag, 20. Juli 2017

Wirksamer Weg zur Teilhabe

Vor zwei Monaten erst hat die Heinrich-Böll-Stiftung ein Dokument zum Thema Armutsrisiko und Teilhabe veröffentlicht. An dieser Stelle wollen wir einige Zitate daraus präsentieren und in Beziehung zu unserer Arbeit setzen.

Im Vergleich zu anderen Haushalten ist der Prozentsatz an durch Armut betroffenen Alleinerziehenden-Familien sehr hoch, "[s]o sind beispielsweise 43% der Alleinerziehenden im Vergleich zu 9% der Paar-Haushalte auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) angewiesen (ZIVIS 2015: 2)" (aus "Wirksame Wege zur Teilhabe", Heinrich-Böll-Stiftung, 2017)

Ohne, dass es eine neue Erkenntnis wäre, sollte man sich die Zusammenhänge für eine Armutsgefährdung erneut vor Augen führen. Diese lassen sich bei folgenden Faktoren beobachten, Bildungsferne, Migrationshintergrund, Kinderreichtum, sozial belastete Wohnumgebungen und Alleinerziehend-Sein. Wenn mehrere dieser Faktoren zugleich zutreffen, ist die Wahrscheinlichkeit von Armut um ein Vielfaches erhöht. (Ebda.)

Interessant ist, was im Dokument als Lösungsansatz beschrieben wird: "Die unterschiedlichen Armutshaushalte – z.B. Alleinerziehende [...] – brauchen ein unterschiedliches Unterstützungsstetting. Innerhalb dessen kommt der «Bearbeitung» der materiellen Lage eine herausragende Rolle zu, prägt doch das Fehlen von Einkommen die Lebenslage und damit den Hilfebedarf. Folglich sind finanzielle Sicherung und soziale Dienstleistung in einem Zusammenhang zu sehen und entsprechend zu verbinden. Fehlen innerhalb der Familie die Ressourcen sowie [...], um ihren Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen, dann ist es umso wichtiger, eine Kompensation oder Ergänzung durch außerfamiliäre Förderung einzubinden." (Ebda.)

"Ein solches außerfamiliäres Engagement kann in drei Richtungen erfolgen: Zum einen indirekt durch (a) eltern-/familienorientierte und (b) sozialraumorientierte Maßnahmen sowie zum anderen direkt durch (c) kindorientierte Maßnahmen."
All diese Maßnahmen kommen im Grünen S.O.f.A. zugleich zustande. Die Unmittelbarkeit und Unabhängigkeit unserer Arbeit hilft dabei, dass diese Angebote über diverse Barrieren hinweg die Richtigen erreichen.
Denn,"[g]rundlegend für Betroffene ist es, außerfamiliäre Angebote auch zu bekommen. Zwar steht bundesweit eine breite soziale Infrastruktur zur Verfügung, doch sind der Zugang und die Nutzung durch die Betroffenen in vielen Bereichen unterdurchschnittlich. Ihnen dieses zu ermöglichen, ist eine weitere präventive Aufgabe des Systems und seiner Akteure." (Ebda.)

Genau hier können Vereine und Projekte wie das Grüne S.O.f.A. ansetzen. All diese komplex wirkenden Aspekte können gemeinsam an einem Ort, in einem offenen Haus der Begegnung zusammenkommen: Ressourcen, sowohl sozio-kulturell als auch in Teilen finanziell. Der Zugang zu diesen Ressourcen kann zentral an einem Ort erfolgen. Der formelle, unpersönliche Weg, Anträge bei diversen Stellen für Hilfsmaßnahmen stellen zu müssen, kann z.B. Scham hervorrufen, weshalb einige, ausgerechnet besonders Bedürftige davon absehen. Andererseits wirkt das Formelle in beide Richtungen und erschwert die Überprüfung der Berechtigung. Hingegen lernt ein Verein seine Besucher persönlich kennen, kann individuell ermutigen, sich um Hilfen zu bemühen sowie helfen, Anträge zu verfassen.

Hierfür braucht das S.O.f.A. jedoch selbst starke kontinuierliche Unterstützung, denn regelmäßige und häufige Treffpunkte, die Zusammenarbeit und Akquise von Partnern, Referenten, Pädagogen etc. erfordert entsprechende Ressourcen. So kann sicher gestellt werden, dass alle Fäden, Fördermaßnahmen, Hilfsangebote und dergleichen kontinuierlich zusammenlaufen können - und häufige Öffnungszeiten (auch an Feiertagen) zugleich die Kontinuität ermöglichen.
Das S.O.f.A. kann dadurch seinen Besuchern gegenüber unbürokratisch, offen und familiär auftreten und im Innern stringent am Ball bleiben und professionell arbeiten.

Quelle der Zitate: Wirksame Wege zur Teilhabe (Heinrich-Böll-Stiftung, 2017, PDF)

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